Quellen:
Energie aus Gas
Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan.
Methan hat sich auf natürliche Weise durch Zersetzung urzeitlicher Biomasse unter Luftabschluss gebildet und ist einer der wichtigsten fossilen Energieträger.
Methan entsteht aber auch heute noch bei jeder sauerstofffreien Umwandlung von Biomasse, z. B. in der Viehhaltung.
Auch dieses Biogas kann zur Energieerzeugung benutzt werden.
Zusammensetzung und Entstehung
Nicht-Landwirte assoziieren mit landwirtschaftlicher Viehhaltung vor allem Geruch oder Gestank – je nach Empfindlichkeit der Nase.
Dabei machen die riechbaren Bestandteile dieses biologisch entstandenen Gasgemisches nur den geringsten Teil (bis zu 2 Prozent) aus.
Größtenteils besteht es aus Methan, einem geruchlosen, brennbaren Gas mit einem hohen Heizwert.
Neben dem aus Energiepflanzen, landwirtschaftlichen Abfällen und Reststoffen gewonnenen Biogas gibt es noch einige verwandte methanhaltige Gase.
Klär- oder Faulgas wird in Kläranlagen gewonnen, in Bergwerken ist es Grubengas, aus Mülldeponien wird Deponiegas abgeleitet und in Sumpfgebieten bildet sich Sumpfgas.
Die folgenden Informationen widmen sich vor allem der landwirtschaftlichen Biogasproduktion.
Umweltrelevanz
Da Methan einen viel höheren Treibhauseffekt als CO2 besitzt, ist es aus Klimaschutzgründen sehr wichtig, das in der landwirtschaftlichen Tierproduktion über Gülle und Stallmist anfallende Biogas zur Energieerzeugung zu verbrennen, anstatt es ungenutzt in die Atmosphäre entweichen zu lassen.
Eine Biogasanlage kann darüber hinaus fast jede pflanzliche Biomasse aber auch Abfälle aus der Lebensmittelindustrie, wie Fette, Öle und Brauereiabfälle verarbeiten und entsorgen.
Somit unterstützt die Biogaserzeugung die umweltgerechte Verwertung organischer Abfallstoffe und ist für geeignete landwirtschaftliche Betriebe ein zusätzlicher und ökonomisch interessanter Produktionszweig.
Nicht zuletzt ist Biogas eine erneuerbare Energiequelle.
Einsatzmöglichkeiten
Biogas kann wie Erdgas auch in Blockheizkraftwerken verbrannt werden, die sowohl die Wärme nutzen als auch elektrischen Strom erzeugen und einspeisen (Kraft-Wärme-Kopplung).
Der Strom wird meist in das Netz für die allgemeine Versorgung eingespeist. Die anfallende Wärme wird zum Teil für die Biogasproduktion benötigt.
Der verbleibende Überschuss kann zur Beheizung der Wohnräume, zur Trocknung landwirtschaftlicher Produkte (Getreide, Kräuter) und für externe Abnehmer verwendet werden.
In Europa gehören Deutschland, Dänemark und Österreich bei der Erzeugung von Biogas unter Verwendung landwirtschaftlicher Abfallprodukte und pflanzlicher Biomasse zu den führenden Ländern.
Eine andere Tradition der Biogasnutzung zur Grundversorgung netzferner, ländlicher Gebiete mit Energie – z. B. zum Kochen – gibt es in Ländern wie Indien und China.
Bis zum Ende des Jahres 2009 wurden in Deutschland 4.670 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von 1.724 MW in Betrieb genommen.